Fenster schlie├čen

Spielplatz

Wie kurzfristig kann Theater auf aktuelle Diskurse reagieren? – 24 Stunden zwischen Produktionsstart und Abschlussparty

Kuratiert und vorbereitet von Jörg Witte/PATHOS transport theater


Einen Tag lang wird das Gelände zwischen PATHOS transport theater, SCHWERE REITER und den Ateliers an der Dachauerstr. 112 im Rahmen des SPIELART Festivals zum SPIELPLATZ für Münchner KünstlerInnen unterschiedlichster Sparten, und Gästen von SPIELART. Am 29.11. 2009 um 00.01 werden 5 Arbeitsgruppen mit einem Grundsetting von festgelegten Tools, sowie einem philosophischen und /oder politischen Text des Diskurs-Happenings WOODSTOCK OF POLITICAL THINKING vom Vorwochenende starten, um ihn innerhalb eines Tages zu versinnlichen und im Anschluss die Ergebnisse zu präsentieren, die nicht länger als jeweils 30 Minuten sein sollen. Mangelnde Probenzeit wird zum Motor einer Kommunikation in Rohentwürfen. Kurzfristigkeit und vitale künstlerische Impulse prallen aufeinander.
Schwerpunkte: Video, Tanz, Theater, Performance, Musik

Danach, als Abschluss des Tages und der internationalen Mentoren-Initiative CONNECTIONS:

CONNECT ME Party mit DOMPTEUR MOONER im PATHOS transport theater in Kooperation mit "Rendering... Die Party".
Visuals: Martin Mayer (shado):

Dompteur Mooner dressiert zum Abschluss des CONNECTIONS-Wochenendes die Plattenteller im PATHOS transport theater. Er ist Mitbegründer der Zombie Nation und tourt regelmäßig mit seiner Plattensammlung durch die europäischen Clubs. 2000 hat er sein eigenes Label für zeitgenössische elektronische Musik, „Erkrankung durch Musique“, ins Leben gerufen.

Das interdisziplinäre Theaterprojekt "Rendering... Ein making-of" von Gero Tögl und Gabriel Döll würde 2009 vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München mit einer Debütförderung ausgezeichnet. In einer "visuell fesselnden wie inhaltlich komplexen Reflektion über das Thema der Mensch-Maschine" (SZ, 26. 10. 09) wurden darin die performativen Qualitäten der Demoszene, einer der wohl spannensten digitalen Subkulturen und ihre Anschlussfähigkeit ans Theater ausgelotet. Im Zuge des Projektstarts erprobten die beiden Mitglieder des Pathos transport theaters auch neuartiges visuelles Partyformat ."


Hildegard Schmahl (* 1940, Schlawe/Polen), kam über Bochum, Berlin, Stuttgart und Köln nach Hamburg, wo sie zunächst am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg spielte. Es folgten Engagements in Braunschweig, Bern, Bochum, Berlin, Stuttgart und Wien. In den 1970er und 80er Jahren arbeitete sie intensiv mit George Tabori und Niels-Peter Rudolph. 1990 trat sie dem Ensemble des Thalia Theaters in Hamburg bei. Hier spielte sie u.a. in Inszenierungen von Jürgen Flimm, Leander Haussmann, Stephan Kimmig, Martin Kusej, Yoshi Oida und Tomaz Pandur. Seit 2001 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Neben ihrer Bühnentätigkeit wirkt sie in Film- und Fernsehproduktionen mit, u.a. in der Regie von Heinrich Breloer, Harun Farocki und Caroline Link.

Anna Konjetzky (* 1980, München), Choreografin und Regisseurin. Anna Konjetzky studierte an der internationalen Körpertheaterschule “Lassaad” (Methode  J. Lecoq) in Brüssel sowie zeitgenössischen Tanz, Butoh und Tanztherapie in Brüssel und Berlin. Sie erhielt das Tanzstipendium der Senatsverwaltung Berlin, Germaine Acogny/Senegal sowie 2009 das Arbeitsstipendium des Künstlerhauses Lukas im Klaipeda Kommunikations- und Kulturzentrum, gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern. 2009 gewann sie den operare Wettbewerb der zeitgenössischen Oper Berlin 2009 (DANN STILL, ein Musik-Tanz- Theater von Anna Konjetzky, Daniel Smutny und Volker Staub wird 2010 uraufgeführt). Von 2005 bis 2008 arbeitete sie als Assistentin von Wanda Golonka am schauspielfrankfurt. Seit 2005 entstehen Tanzstücke, Performances und Installationen in Zusammenarbeit mit Künstlern aus verschiedenen Ländern und Kunstsparten.  In den letzten beiden Jahren entstanden u.a. die Stücke:  IN MIR DRIN-EN MOI, TRANSKALI, TAGEBUCH-SI UN JOUR TU DECIDES DE PARTIR, CONCERTSTUDIES, die Installation DON’T TOUCH und TIEFFLUG. Die Produktionen wurden gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Fonds Darstellender Künste e.v, den BLZT, und Art Bureau München. Ihr neues Projekt "Die Summe der Öffnungen" hat am 19./20. Januar 2010 in der Muffathalle München Premiere.


Angelika Fink
lebt und arbeitet als Theaterleiterin und freie Schauspielerin in München, studierte Psychologie und Soziologie in Graz, diplomierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz. Auftritte in Film- und Fernsehen, zahlreiche Lesungen, Hörspiele, Rundfunk. Fest- und Gastengagements u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Stadttheater Trier; am Hebbeltheater; am Landestheater Tübingen (LTT); am Staatstheater Karlsruhe; beim Steirischen Herbst Graz; SPIELART München/Teatr Cinema/HAU Berlin. 2000 gründete sie mit Jörg Witte die freie Münchner Gruppe Theater & Company/PATHOS transport theater.

Andrea Östreicher unterrichtet als Kunstlehrerin an der städtischen Willy-Brandt Gesamtschule in München. Sie wuchs als Enkelin eines Intendanten von Kindesbeinen mit einer großen Faszination für Theater auf. Ab 2006 nahm sie am Praxisforschungsprojekt "Leben lernen" teil. Dieses Projekt erforschte zusammen mit dem IAKB, "Spielen in der Stadt" und verschiedenen Universitäten, wie kulturelle Bildung das Leben von Kindern verändert.

Polly Ester alias Polly Lapovskaja ist eine vielbeschäftigte Musikerin, unter anderem als Mitglied bei den Bands Kamerakino, Mishima und Convertible, die letzten Oktober ein critically acclaimed Album veröffentlichten, außerdem ist sie mit ihrer Zombocombo Veranstalterin diverser Clubevents. Als Theatermusikerin hat sie mit u.a. Tobias Bühlmann, am PATHOS transport theater und den Münchner Kammerspielen gearbeitet.

Stanislav Vajce (*1974, Kromeritz, damalige CSSR), lebt und arbeitet als freischaffender Bildhauer in München. Sein Revier: die Domagkateliers. Nach Deutschland  kam er 1987. Ab 1991 Schulabschluss und Metallerausbildung, in Singen, danach Flugzeugmechanikerausbildung in Oberpfaffenhofen, Abschluss in der Fachrichtung Gestaltung und Kunst in München Giesing. 2000 dann: Aufnahme in die Akademie der Bildenden Künste (Diplom 2007). Zahlreiche Ausstellungen mit Maschinenobjekten in München (Domagkateliers 2006, Weltraum 2009, Tent Modern 2009), in Köln (HfG, ZKM) und Südtirol („Digi.Tal“ Einzelausstellung 2009).

Philine Velhagen inszeniert und konzipiert seit 2001 Theaterstücke und Hörspiele in Köln, München, Berlin und Basel. Am Theater Basel war sie Assistentin und leitete den Jugendclub. Seit 2003 entwickelt sie am PATHOS transport theater München Projekte, in denen sie gemeinsam mit der Autorin Barbara te Kock adäquate Formen für die ästhetische Erkundung der Gegenwart sucht. Ihre erste gemeinsame Arbeit "Warum man im Kino weint und im Theater nicht" wurde 2005 zum SPIELART Festival eingeladen.

Für „ZORN“ in den PATHOS Ateliers wurde sie 2009 mit dem AZ-Stern ausgezeichnet. Die Erfolgsproduktion gastierte im November bei DRAMA KÖLN.

48nord (Ulrich Müller, Gitarre, Live-Elektronik und Siegfried Rössert, E- und Kontrabass, Live-Elektronik) hat einen internationalen Ruf als Formation für experimentelle Musik im Spannungsfeld von Komposition und Improvisation, sowie der Mixtur von akustischen und elektronischen Musikinstrumenten. Sie konzertieren sowohl als Duo, als auch mit wechselnden Gästen in Europa und den USA, konzipieren und realisieren radiophone Hörstücke, Theaterperformances und komponierten eine Vielzahl von Ballettmusiken für weltweit führende Kompanien (siehe www.48nord.de).

Uche Akpulu ist in Nigeria geboren und aufgewachsen. Dort schloss er 1994 sein Studium der Biochemie ab und war anschließend 8 Jahre lang als Umweltberater tätig. 2003 kam er als Flüchtling nach Deutschland. Seit 2006 wirkte er als Darsteller in verschiedenen Projekten von Ralf Hinterding und Christine Umpfenbach am PATHOS transport theater, an den Münchner Kammerspielen, im i-Camp, am Schauspielhaus Erfurt und am Theater Pumpenhaus Münster mit. Uche Akpulu ist Mitglied des Arbeitskreises Panafrikanismus München, der Karawane München und Mitorganisator des Panafrikanismus Kongresses München 2007/2009. Außerdem ist er Sprecher im Bayerischen Flüchtlingsrat.

Torsten Mühlbach. Der gebürtige Sachse, Jahrgang 1974, hat 2008 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste mit Diplom abgeschlossen. Ausstellungen und Kunstmessen in München u.a. im PATHOS (2005), in Murnau, Eichach, Wasserburg, Köln, Bozen und Berlin. Als Bildhauer arbeitet und experimentiert er mit verschiedensten Techniken und Materialien. Zu seinen wohl prägendsten Arbeiten zählen seine sogenannten Materialbilder - nach gesellschaftskritischen Motiven, aus internationalen Mülltüten auf Pappelsperrholz getackert. Mühlbach ist Träger des ZDF-Kleinplastikpreises (2007) und des Deloitte Skulpturenpreises (2007).

Toni Angilotti, 1966 in Braunschweig geboren, hat nach der Krankenpflegeausbildung und dem Zivildienst den Weg zur Kunst über einen Clownworkshop gefunden. Nach dem Ausstieg aus der Pflege für 3 Jahre als Clown Salvatore im Gauklerduo „Salvatore und Balthasar“ gearbeitet. 1996 private Schauspielschule in München bis 1999. Parallel wieder in der Pflege gearbeitet. Seit 2000 verstärkt mit Kostüm-, Requisitenbau und Fotografie beschäftigt. Immer wieder Workshopprojekte mit Kindern und Jugendlichen, Einsätze als Clown und Walk Acts.

Jamal Braun geboren 1994, besucht die Willy-Brandt-Gesamtschule in München. Dort wirkt er regelmäßig in der Tanz-Theatergruppe mit. Seit er 10 ist, spielt Jamal Braun im Schultheater. Bei Radio Feierwerk hat er mit der A-Cappella-Gruppe „Black Dogs“ eine CD aufgenommen. In seiner Freizeit entwickelt er Songs mit eigenen Texten.

Peter Radtke (1943, Freiburg/Breisgau), Studium der Germanistik und Romanistik in Regensburg und Genf. 1978 Initiator des ersten deutschen Behindertenstückes mit authentischen Behinderten auf einer subventionierten Bühne ("Licht am Ende des Tunnels" am Theater der Jugend, München). Begründer des Münchner Crüppel Cabarets. Seit 1984 Schauspieler unter George Tabori, Franz-Xaver Kroetz, Tobias Bühlmann, Karin Henkel u.a. an den Münchner Kammerspielen, dem Wiener Burgtheater, dem Schauspielhaus Zürich, dem Berliner Ensemble etc. Regiearbeiten an den Städtischen Bühnen Regensburg und dem Stadttheater Ingolstadt. Autor von Theaterstücken und Hörspielen. Verschiedene Filme, darunter 1997 Rolle des Oskar Matzerath in der Romanverfilmung von Günter Grass' "Die Rättin".

Tomasz Emil Rudzik (*1979 in Cieszyn/ Polen). Von 1999 bis 20001 studierte er Kultur- & Theaterwissenschaften und Polonistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2001 bis 2009 folgte ein Regiestudium an der HFF München.  Dabei entstanden zahlreiche Kurzfilme und ein abendfüllender Spielfilm. Für seinen Kurzfilm "Garage Love" wurde er mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis in Gold und dem BMW Kurzfilmaward 2004 ausgezeichnet. Sein Abschlussfilm "Desperados on the Block" wurde auf zahlreiche renommierte Festivals eingeladen. Bisher erhielt er für "Desperados on the Block" den Nachwuchsförderpreis des 3. Fünf Seen Filmfestivals und den Filmpreis 2009 des Medien Campus Bayern.

Claire Marshall und Robin Arthur: 2009 feiert Forced Entertainment sein 25-jähriges Bestehen. Seit Gründung der Gruppe im Jahr 1984 anlässlich ihres Studienabschlusses an der University of Exeter haben es die sechs Kernmitglieder geschafft, eine einzigartige künstlerische Partnerschaft über ein Vierteljahrhundert hinweg aufrechtzuerhalten, und dabei ihre Rolle als Wegbereiter des zeitgenössischen Theaters wiederholt unter Beweis gestellt. Im beachtlichen Gesamtwerk der Company spiegelt sich ihr Interesse an den Mechanismen von Theateraufführungen, an der Rolle des Publikums und an den Machinationen des modernen urbanen Lebens wider. Ihre Arbeiten – formuliert und fokussiert vom künstlerischen Leiter Tim Etchells – zeichnen sich durch einen unverwechselbaren, provokativen Zugang aus, durch das genussvolle Unterminieren von Theaterkonventionen und Publikumserwartungen. Der für Forced Entertainment typische kollaborative Prozess – die Entwicklung eines Werks als Gruppe in Form von Improvisationen, Experimenten und Diskussionen – hat das Ensemble zu Pionieren des britischen Avantgarde-Theaters gemacht und für ein beispielloses internationales Renommee gesorgt.

Susanne Schroeder lebt und arbeitet als freie Schauspielerin und Autorin in München. Bis 2001 Ensemblemitglied am Volkstheater Rostock, Hessisches Staatstheater Kassel, Bayerisches Staatschauspiel. Es folgten freie Engagements am Theater Luzern, an der Bayerischen Theaterakademie, beim Internationalen Musikfestival im Chiemgau, im PATHOS transport theater und an den Münchner Kammerspielen. Ab 2007 entwickelte sie mit HEIMSUCHUNG, ERHABENES SCHEITERN und WHAT THE BUILDING SAW drei eigene Projekte, für die sie vom Kulturreferat der Stadt München gefördert wurde.